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Kaiserin-Elisabeth-Spital

Ausloberin: Stadt Wien KAV / Konsulenten: Freiraum: Carla Lo Landschaftsarchitektur / Renderings: tomaselli.visual sensations

einstufiger, offener EU-weiter Realisierungswettbewerb

STADTSTRUKTUR
Auf Grund der städtebaulichen Ein- und Anbindung an den vorhandenen Stadtraum und unter Berücksichtigung der Ausrichtung von Aufenthaltsräumen und angestrebten weiten Sichtachsen besteht die vorgeschlagene Bebauung wie folgt:

Im nördlichen Areal schließt die U-förmige Bebauung des Pflegewohnhauses den urbanen Straßenraum und ermöglicht dadurch eine große freie Mitte, die visuell bis zur Bettina Stiftung erlebbar ist.
Die Straßenräume entlang der Hugl- und Holochergasse werden durch das Abrücken um drei Meter ab der Erdgeschoßzone visuell und belichtungstechnisch erweitert. Die Untergeschoßzone, die sich zum Kardinal Rauscher Platz einebnet, fungiert dadurch als Basis für das Gebäude. Die Abstufung des Baukörpers in Längsrichtung reagiert zusätzlich auf den abfallenden Geländeverlauf und läßt Dachgärten entstehen.
An der Ecke Kardinal Rauscher Platz - Huglgasse wird im Erdgeschoß die Gebäudeecke aufgelöst, wodurch ein gedeckter Vorplatz für den Haupteingang des Pflegewohnhauses geschaffen wird. Der gedeckte Vorplatz als halböffentlicher Bereich, verbindet den öffentlichen Bereich mit dem Inneren der Einganghalle.
Als weitere Sichtachse öffnet sich zur Holochergasse in der erhöhten Erdgeschoßzone ein zum Straßenraum hin abgesicherter großzügiger, gedeckter Bereich.

Die südliche Wohnbebauung zur Felberstraße hin schließt den Straßenraum durch die durchgehende Erdgeschoßzone mit den quer aufgesetzten Riegeln. Dadurch werden Sichtachsen zu den historischen Bauten der Stiftung Bettina und den seitlichen Pavillions geschaffen. Aus Schallschutzgründen sind zwischen den Riegeln Glasschallschutzwände konzipiert, die Wohnqualität ermöglichen. Weiters ist die Erdgeschoßzone arkadiert, wodurch eine Verbreiterung des Gehsteiges mit Baumpflanzungen und die Schaffung von Ladezonen ermöglicht wird.

Die vorgeschlagene städtebauliche Struktur schafft funktional belebte Verbindungen, die sich im Inneren des Gebäudes fortsetzen und identitätsstiftend wirken.

STRUKTUR DES PFLEGEWOHNHAUSES
Die Erdgeschosszone ist geprägt durch die großzügige Eingangshalle, die in Verbindung zum Straßenraum und inneren Grünraum steht. Angeschlossen sind der Halle funktional sinnvolle Einheiten wie Cafe, Mitarbeiter -restaurant, Verwaltung und in weiterer Folge Therapiebereich und Tagesambulanz. Das Ineinanderfließen der Räume soll neben funktionalen Aspekten den BewohnerInnen spannende und abwechslungsreiche Ausblicke und Durchblicke ermöglichen.
Die 12 Pflegestationen sind als Dualsystem in vier Obergeschoßen organisiert. In den Stationsmitten befinden sich jeweils die großen Tagräume mit den Pflegestützpunkten. Die Pflegezimmer mit Ihren Loggien sind kompakt in überschaubaren Gruppen in den Nahbereichen der großen Tagräume organisiert.
In den mittleren Erschließungsbereichen entstehen durch Nischen, Erweiterungen, seitliche Lichteinfälle und die angrenzenden Tagräume spannende räumliche Sequenzen. Weiters bieten sie Platz für Bewegung, Gestaltungselemente, wie Licht- und Farbspiele, Möblierung, und Pflanzen. Über die Lifte, die im Erdgeschoß nahe bei den Gartenausgängen positioniert sind, ist ein direktes Erreichen des Gartens gewährleistet.

WOHNUNGSSTRUKTUR
Die Konzeption beruht darauf, dass bei einer Gesamtwohnungsanzahl von 116 Wohnungen den zukünftigen Bewohnern ein differenziertes Angebot an Wohnungen (von A- bis E- Einheiten) und Grundrissen mit einer Vielfalt von insgesamt 15 Grundtypen offeriert wird. Auch ist auf die optimale Himmelsausrichtung der Wohnungen mit verschiedenartigen Blickachsen und verschiedenen Ausblicken Bedacht genommen worden.
Die Wohnungen sind von Ost nach West durchgesteckt. Dies wird durch die Laubengangerschließung ermöglicht, die durch Loggien, als Puffer vor den Aufenthaltsräumen der Wohnungen, belebt wird. Grundsätzlich ist jeder Wohnung ein großzügiger Freiraum entweder in Form einer Loggia oder einer Terrasse zugeordnet.
In der Erdgeschoßzone sind gartenseitig die Gemeinschaftseinrichtungen wie Gemeinschaftsräume, Waschküchen, Fahrrad- und Kinderwagenräume positioniert, die in Geh- und Sichtverbindung mit den Eingangsfoyers und dem Freiraum stehen. Weiters sind einige kleine Büroeinheiten hofseitig zum Freiraum konzipiert, wodurch auch ein Angebot Wohnen und Arbeiten unterbreitet werden kann.
Zur Felberstraße hin sind lokale Versorger im überschaubaren Ausmaß situiert.

GESTALTUNG
Die klare Linienführung der kompakten Baukörper wird durch eine funktional bedingte, skulpturale Durchformung differenziert. Ebenso wie Vor- und Rücksprünge gliedern Materialwechsel die gesamten Baukörper und schaffen ein lebendiges Erscheinungsbild, das mit dem Umfeld korrespondiert.
Die Erdgeschoßzone des Pflegewohnhauses ist vorwiegend als Glaspfostenriegelfassade transparent gehalten und ruht in den Seitengassen auf einem rauen Sockel. Darüber sind als erste Schicht warm gelb changierende, vorgehängte Sichtbetonelemente konzipiert, die farblich mit der zweiten tiefer liegenden Schicht der Putzglimmerfassade korrespondieren. Die Tiefenwirkung und Leuchtkraft, als Zitat Palladios, wird durch die warmen Gelbtöne verstärkt. Das Element der Holzjalousien bewirkt ein lebendiges, sich stetig veränderndes Fassadenbild. Vorspringende Gebäudeelemente sind im passenden Grünton gehalten.
Die Erdgeschoßzone der Wohnbebauung zur Felberstraße und zu den Höfen hin ist transparent gehalten. Die Fassaden der vier Riegel sind im weißen Glimmerputz gehalten und durch die kontrastierenden färbigen Glaselemente bei den Wohnungsfreibereichen entsteht ein lebendiges Erscheinungsbild. Die Riegel werden durch die Glasschutzwände miteinander verbunden.